Die Liebe und die Rampensau

Das war der Moment, als für mich die Hemmschwelle brach. Geholfen hat mir dabei ein ganzer Trupp kleiner Jungs aus dem Libanon. Erst waren sie etwas skeptisch, was wir da machen,.....doch Gottfried hat sie alle, wie der Rattenfänger von Hameln, mitgenommen. Die Kinder sind in so eine große Freude und Enthusiasmus gekommen, sie sprangen alle im Kreis und sangen lauthals mit und wollten sich am nächsten Tag direkt wieder mit uns verabreden. 

Die Intention für dieses Wochenende  war, Raum zu geben, für etwas, das man sich noch nicht getraut hat.

Wir sind nach Melle geradelt und haben wir uns persönlich und auch im allgemeinen mit dem Thema 'Rampensau' beschäftigt. 

Dort haben wir dann in verschiedenen Variationen in der Öffentlichkeit gesungen und auch getanzt.

Gottfried

Was Gottfried an dem Rampensau-Wochenende toll und gelungen fand:

Ich konnte mich mit aller nötigen Zeit mit meiner Rampensau im Angesicht der anderen und mit der nötigen Unterstützung beschäftigen im wohlwollenden, freien und öffentlichen Klima.

Ich habe Leiten dürfen und können und Abgeben durfte ich und konnte ich auch. Unbedingt fortsetzen diese Veranstaltungsreihe!


Cordula

Mit meiner Energie raus in die Öffentlichkeit zu gehen und es zu genießen im Mittelpunkt zu stehen, fällt mir eher schwer.

Ich möchte das sehr gerne, auch mit meinen weichen Seiten.

So habe ich in Melle auf einer kleinen leeren Bühne in der Fußgängerzone gesessen und alleine gesungen. 

Meine Stimme war etwas dünn, doch ist mir eine gewisse Präsens gelungen und auch in Kontakt mit Vorbeigehenden zu kommen. 

Etwas lauter konnte ich dann schon mit Gottfried und dazukommenden Passanten singen. 

Wie gesagt, die Hemmschwelle brach beim Tönen mit den Jungs aus dem Libanon und ich kam in größere Freude.

 

Auf dem Marktplatz spielte auf einer Bühne eine Band, in Melle war Stadtfest.

Die Leute saßen an Tischen und aßen und tranken. 

Wir wollten gerade schon gehen, da wechselte die Band ihr Programm. Sie zogen sich russische Fellmützen über und begannen russische Lieder zu spielen.

Olga aus Kasachstan, die mit uns unterwegs war, schnappte mich und wir tanzten auf dem Marktplatz nach ihrer Anleitung 

einen russischen Volkstanz. 

Was mir geholfen hat mich nicht unwohl dabei zu fühlen, war die Vorstellung, alles ist eins: die Musiker, die Zuschauenden und Olga und ich. 

Was für eine Freude und Lebendigkeit. Wie schön mit Olga und Morad zu sein.

Und was für eine wunderbare gemeinsame Zeit, im Radeln, Schweigen und Reden, über die Grenzen gehen und still leuchten.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Olga (Freitag, 07 Oktober 2016 22:31)

    Danke Dir Cordula! Danke Dir Gottfried! Danke Dir Morad!